Sie sind hier: Die 'stille Sehnsucht nach Ruhe' im Bild

Die 'stille Sehnsucht nach Ruhe' im Bild

Januar 2000 / Vilbeler Anzeiger 

Im "City-Hotel" zeigt die Malerin Ingrid Ellmauer ihre Landschaftsbilder - Ausstellung dauert bis 31. März

Bad Vilbel (aho). Sonst konzipiert und organisiert Ingrid Ellmauer die Ausstellungen des Kunstvereins. "Umso froher sind wir", so die Vorsitzende Brigitte Reich in ihrer Einführungsrede, "dass wir heute, in unserer ersten Vernissage im Jahr 2000, einmal die Werke von Ingrid Ellmauer selbst ausstellen können". Dabei dankte sie dem "City-Hotel Heilsberg" für sein weiteres großzügiges Entegegenkommen, in seinen Räumen ausstellen zu dürfen. "Ingrid Ellmauer präsentiert uns ihre Werke praktisch in ihren eigenen Räumen", scherzte Brigitte Reich.Im angenehmen Ambiente der Hotel-Galerie konnte das zahlreich erschienene Publikum 26 Werke der Lehrerin und Künstlerin Ingrid Ellmauer zum Thema "Landschaften - Land schaffen" in Augenschein nehmen. Zum einen waren die Acryl- und Aquarell-Bilder "wie üblich" an der Wand angebracht oder sie standen, als seien sie gerade frische beendet worden, auf Staffeleien.
"Mich interessiert nicht nur die Landschaft, wie man sie allgemein versteht", sagt Ingrid Ellmauer, "also der Garten, die freie Landschaft oder die Stadtlandschaft. Mich fasziniert auch die Gesichtslandschaft". Zwei eindrucksvolle Porträts waren neben Dünen-, Wüsten- und Traumlandschaften an diesem Abend zu sehen. Dabei sei es ihr nicht um bestimmte Menschen - eine alte Frau und einen alten Mann - gegangen, sondern darum, "wie der Mensch die Landschaft gestaltet und diese wiederum ihn".
In einem Zwiegespräch mit ihrer langjährigen Freundin Regine Schütz anstelle einer Laudatio bekannte die Künstlerin, dass das Malen ihr lebenslanger Begleiter war. Schon früh habe sie sich als Schülerin für die Malerei und gegen die Musik entschieden. In der Oberstufe hatte sie dann das Fach "Kunst" gewählt, und auch in ihrem Lehramtstudium war Kunst ein Thema. Allerdings wurde sie keine Kunst- sondern Geschichts- und Sozialkundelehrerin in Hanau, die inzwischen "auch" Kunst unterrichtet.
Ihre "Kunstkarriere" sei zunächst durch Heirat und Familiengründung unterbrochen worden, erzählte Ellmauer. Erst später habe sie den Faden wieder aufgenommen, ergänzte Schütz, diverse Malkurse in Frankfurt-Sachsenhausen und Workshops in Bad Vilbel besucht, und es geschafft, ihren eigenen Stil zu entwickeln. Auch als die Künstlerin  1996 erkrankt sei, sich länger im Krankenhaus befand und später bei Erholungsfahrten an die Nordsee habe sie immer weiter gemalt. 1998 stieß sie dann zum Bad Vilbeler Kunstverein, für den sie es übernahm, Ausstellungen im City-Hotel zu organisieren und umzusetzen.
"Am eindrucksvollsten für mich ist, die blassen, graubraunen und erdigen Farben der hier ausgestellten Bilder zu sehen", so Schütz. Sonst bevorzuge Ingrid Ellmauer kräftigere, grellere Farben. "Die Bilder hier drücken eine stille Sehnsucht nach Ruhe aus", interpretierte die Freundin und Laudatorin, die aber ausdrücklich darauf hinwies, dass die Landschaftsbilder nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gesamtwerk Ellmauers seien.
Fast könne man von einem kleinen Geburtstagsgeschenk sprechen, so die 1948 geborene Künstlerin gegenüber der WZ, deren Familie ebenfalls an der Vernissage teilnahm. Denn in wenigen Tagen feiere sie Geburtstag. Einige Bilder, so auch die beiden Porträts, wurden nur an diesem Abend präsentiert. Bis zum 31. März werden jedoch die meisten anderen Werke in der Galerie des "City-Hotels" zu sehen und zu kaufen sein. Und in der kommenden Woche wird man auch die Malerin selbst dort antreffen. 

Besucher gesamt: 44846
Seitenaufrufe gesamt: 109359

Letzte Änderung:
4. November 2016 15:20:04

Newsletter

Ab sofort können Sie sich aktuelle Informationen zu mir, meinen Ausstellungen und meiner Seite per Email-Newsletter zukommen lassen:

Abonnieren/Abmelden 
Kunstgalerie Top100 Kunst Top 100