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Faszinierend - manchmal auch skurril

Februar 2004 / Frankfurter Rundschau 

"VILBELART" zeigt noch bis Samstag 140 Kunstwerke zum Thema Akt

VON DANIELA ROLAND

Die nackte Vielfalt: 140 Kunstwerke zum Thema Akt schmücken derzeit die leer stehenden Gewerberäume der Industriestraße 10 in Dortelweil. Es Ist die zweite Ausstellung der Online-Galerie "VILBELART". 22 Künstler aus Hessen zeigen bis nächsten Samstag ihre unterschiedlichen Interpretationen des menschlichen Körpers.
 
Bad Vilbel-1.Februar-"Kein Konsum sondern Muße", lautet die Botschaft der jungen Galerie. Doch wer den großen Ausstellungsraum betritt, bekommt einen völlig anderen Eindruck: Dicht gedrängt hängen die Werke der Künstler durcheinander: Gnadenlose Reizüberflutung blockiert erst einmal jegliche Muße.
Es fällt dem Betrachter zu Anfang schwer, sich auf ein Werk zu konzentrieren. Dabei lohnt sich oft ein ausführlicher Blick: beispielsweise bei den Bildern von Gabriele Saur-Burmester. Die Bad Vilbelerin betrachtet den nackten Körper mit einem zwinkernden Auge und verpasst ihm eine gehörige Portion Farbe: Gelb, Orange, Pink. Ihre abstrahierten Körper verrenken sich beim Aerobic und marschieren grotesk. Mit dem Finger zeigend rennt der „neidische Akt" umher, dessen Silhouette allein Missgunst ausstrahlt.
Weniger abstrakt aber genauso selbstbewusst zeigen sich auch ihre Skulpturen aus Beton. Es ist kaum zu glauben, wenn die Künstlerin sagt: „Ich habe mich lange nicht an das Thema Akt heran getraut." Mit Sarkasmus und Humor begegnet auch Ingrid Ellmauer dem Thema: „Eine Beziehung" nennt sie ganz trocken ihr abstraktes Werk: Zwei nackte Menschen stehen sich gegenüber, miteinander durch ihre Körper verbunden und doch seltsam unverbunden, nicht in der Lage sich wirklich zu nähern. "Das ist aus Wut entstanden", sagt die Künstlerin. In der Industriestraße 10 treffen sehr unterschiedliche Künstler aufeinander, professionelle und Hobbykünstler aus verschiedenen Stilrichtungen. Aus Bad Vilbel sind Brigitte Reich, Gabriele Saur-Burmester, Elisabeth Steinacher, Herta Maria Reitz, Ingrid Ellmauer, Alfons Rapp, Thorsten Frank, Anna Frank, Corina, Moede Jansen und Helga Klimkeit vertreten.
Einige Bilder sind mehr trockene Studien des Körpers als individuelle Interpretationen. Manches ist nett anzuschauen, einiges schockiert. Anderes wiederum beeindruckt, wie beispielsweise die abstrakten Eichenfiguren des Bad Homburgers Peter Vaughan und die Holzarbeiten von Axel Gallun aus Büdingen.
Zu der Ausstellung gehört ein sehenswerter Katalog, gestaltet von Thorsten Frank. "Wir wollen die Künstler unserer Region fördern. Deshalb ist unser Service auch kostenlos", sagt der Galerieinhaber Ralf Schülein. Er und seine Frau Corina Schülein haben VILBELART vor zwei Jahren gegründet: "Das ist unsere große Leidenschaft", sagt der Bad Vilbeler. Seine Ausstellungsräume sind meist das Internet: "Wir fotografieren die Bilder ab und stellen sie ins Netz. Wenn ein Kunde Interesse hat, bekommt er das Original auch zugeschickt", erklärt Schülein. Insgesamt vertritt er 27 Künstler.
 
Die Kunstwerke sind noch bis Samstag, 7. Februar, täglich in der Zeit zwischen 16 und 21.30 Uhr in der Industriestraße 10 zu sehen.Weitere Informationen gibt es unter www.vilbelart.de

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Letzte Änderung:
1. November 2017 20:58:42

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