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Nach dem virtuellen Auftritt nun in einer ehemaligen Boutique

Mai 2003 / Frankfurter Rundschau
 
Vilbelart präsentiert 14 einheimische Künstlerinnen und Künstler / "Hemmschwelle bei Käufern noch recht hoch"

Von Matthias Schlette

Kunden der Bad Vilbeler Online-Galerie Vilbelart können die Werke der Künstler aus der Region normalerweise nur online im Internet begutachten. Jetzt eröffnete die neue virtuelle Galerie jedoch in einer ehemaligen Boutique ihre befristete Ausstellung.

BAD VILBEL. Schon draußen auf der Frankfurter Straße ist zu erkennen, dass an diesem Abend im Haus mit der Nummer 70 etwas Besonderes los ist. Die Frauen und Männer, die vor der ehemaligen Boutique „Lady Dress" plaudern, haben sich etwas feierlicher gekleidet. Drinnen erinnert nur noch wenig an eine Boutique. Wo früher Blusen, Röcke, Hosen und Kleider zum Verkauf aufgereiht waren, hängen für die kurze Zeit von zehn Tagen Bilder. Vereinzelt buhlen auch größere Kunstobjekte und Bronzeminiaturen um die Aufmerksamkeit des Betrachters.
Der Mann, der die Ausstellung realisiert hat, ist der Bad Vilbeler Ralf Schülein. Mit der Aktion will er seine erst vor wenigen Wochen online gegangene Internet-Galerie Vilbelart bekannter machen. Auch künftig soll es immer wieder befristete Ausstellungen geben. "Kunst war schon immer mein Hobby und den Traum von einer eigenen Galerie habe ich lange gehegt", sagt Schülein. Seine Galerie soll ebenfalls ein Hobby bleiben und wird auf absehbare Zeit wohl eher Geld kosten als einbringen, erzählt er. Sein tägliches Brotverdiene er auf andere Weise. Schülein versteht seine Online-Galerie nach eigener Aussage als Förderung für Künstler aus Bad Vilbel und der Umgebung. Ende Februar ist Schülein mit seiner Online-Galerie ins Internet gegangen. „Mittlerweile haben wir pro Monat etwa 1000 Besucher auf unserer Seite", sagt er. Falls sich ein Besucher wirklich für ein nur mittels Digitalfoto im Netz präsentiertes Bild interessiert, kann Schülein ihm das Bild besorgen und einen Kontakt von Angesicht zu Gemälde vermitteln. Bis einschließlichDienstag, 27. Mai, können Kunstfreunde es aber auch einfacher haben und sich viele der Bilder von 14 Künstlerinnen und Künstlern in der ehemaligen Boutique anschauen.
Das Spektrum der ausgestellten Kunst reicht von abstrakter Malerei bis hin zu gegenständlichen Bildern. Eine der Künstlerinnen, die gemeinsam mit vier Kolleginnen auch die aufwendige Arbeit des Bilderhängens geleistet hat, ist Herta Maria Reitz. „Ich hatte schon zig Ausstellungen, aber meine Bilder im Internet zu präsentieren, ist für mich eine ganz neue Erfahrung", sagt die Dozentin des Kunstvereins Bad Vilbel. So wie ihr geht es vielen der ausstellenden Künstlern. "Noch ist die Hemmschwelle auch bei den Käufern recht hoch", sagt Schülein. Er sei aber zuversichtlich, dass der Kunsthandel über das Internet in absehbarer Zeit etwas ganz Alltägliches sein wird.Ralf Schülein bindet seine Künstler nach eigener Aussage nicht mit festen Verträgen an seine Galerie. Künstler wie Annelise Sund, Axel Gallun, Brigitte Reich, Doris Klefflnann-Metz und Ingrid Ellmauer können ihre Werke auch anderweitig präsentieren. Die Provision, die Schülein im Falle eines Verkaufes für sich behält, bezeichnet er als "im Vergleich zum Üblichen sehr gering".

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Letzte Änderung:
1. November 2017 20:58:42

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